50-jähriges Jubiläum

Gott schenkt Sonnenschein

Der Donnerschlag eines Gewitters weckte mich am frühen Morgen des 9. Junis 2013. Es war der Tag, an dem wir das 50jährige Bestehen des evangelischen Studentinnenwohnheimes, meinem alten Zuhause, feiern wollten. Das Fest war schon lange vorbereitet worden, wir hatten unter anderem auch für gutes Wetter gebetet.

 

Zuerst liefen wir mit aufgeklapptem Regenschirm um 11 Uhr in den Festgottesdienst in der evangelischen Auferstehungskirche in ca. 200 m Entfernung des Wohnheimes. Fröhlich ging es los mit Orgel- und Trompetenklängen. Mehrere Studentinnen bereicherten mit ihrem ausgezeichneten musikalischen Können den Gottesdienst. Er wurde vom evangelischen Landesbischof von Baden Herrn Dr. Ulrich Fischer gehalten. Fischer ging in seiner Predigt auf den Bibelvers ein, der im Eingangsbereich des Wohnheimes hängt „So uns Jesus Christus freimacht, so sind wir recht frei.“ „Erst wenn wir uns an Jesus Christus binden, werden wir frei“, so der Landesbischof. Der Predigttext für diesen 2. Sonntag nach Trinitatis aus Jesaja 55,1 drückt genau dies aus: Ein Marktschreier verkündet, dass es Brot und Wasser umsonst gäbe. Genau dieses Angebot mache uns auch Jesus und stille damit unsere Sehnsüchte, wenn wir es annähmen.

 

Fischer traf damit genau das Anliegen, dass die Vereinsmitglieder des Trägervereines des Wohnheimes vor 50 Jahren in ihrer Satzung festgehalten hatten: Sie wollten in der Berufsausbildung stehende junge Frauen zu Jesus Christus führen.

 

Besonders schön war in meinen Augen, dass der Landesbischof das Leben in solch einem Wohnheim gut nachempfingen konnte, da er während seiner Studentenzeit selbst dreieinhalb Semester in einem Studentenwohnheim für Männer gelebt hatte. So flossen auch persönliche Worte in den Gottesdienst mit ein. Besonders zu danken ist den Bewohnerinnen, die den Festgottesdienst mitgestaltet haben. Hierbei möchten wir alle ganz besonders den Mitbewohnerinnen für ihr musikalisches Mitwirken im Gottesdienst danken. i Viele Gottesdienstbesucher/-innen erlebten dies als bewegende Momente.

 

Als wir nach dem Segen die Kirche wieder verließen, war ein Regenschirm nicht mehr von Nöten. Im Laufe des Tages wurde das Wetter immer besser, so dass wir in unserem riesigen Garten feiern konnten und nicht auf die zwei für ca. 150 Gäste zu kleinen Aufenthaltsräume beschränkt waren. Manche mögen den plötzlichen Wetterumschwung Zufall nennen. Die Heimleiterin Cordula Kuderer äußert dazu: „Unsere Gebete bezüglich gutem Wetter und dass alles gut gelingt, wurden erhört!“

 

Die Studentinnen und Vereinsmitglieder luden mit kleinen Appetizern, die Hunger auf das internationale Mittagessen machten, zu einem Sektempfang ein. Zum Mittagessen gab es japanisches Sushi, chinesische Krabbenchips, indische Curry-Eier, türkisches Scharfes, afrikanische Kochbananen, Reis etc. Vor allem unsere indischen Freunde hatten mit großer Begeisterung endlich mal für so viele Leute kochen zu können, gleich mehrere Gerichte gezaubert. Die Menge, die hier in Deutschland für 50 Leute reicht, verputzen nach ihrer Einschätzung in Indien gerade mal 10 Menschen.

 

Vier Grußworte drückten die enge Verbundenheit der evangelischen Landeskirche in Baden, des Stadtmarketings Karlsruhe, des Diakonischen Werkes Baden, sowie der evangelischen Kirchengemeinde in Rüppurr zum Studentinnenwohnheim aus. Der Vereinsvorsitzende Hermann Rüdt betonte die große Hilfsbereitschaft aller Werke und Institutionen gegenüber dem Wohnheim.

 

Zwei Hausführungen führten den Besuchern das aktuelle Aussehen des Wohnheimes nach zahlreichen Renovierungen vor Augen. Auslöser der Renovierung war die Verlegung des Internets im Jahr 2004, die auf Initiative der damaligen Studentin Inge Haag in Eigenregie der Studentinnen stattfand. Einiges hatte sich verändert, doch einiges ist auch noch Originalbestand von vor 50 Jahren, wie ehemalige Bewohnerinnen der ersten Stunde feststellten. Sie hatten keine Mühe gescheut und waren sogar aus Hannover und München angereist. Eine ehemalige Bewohnerin, die zu den ersten im Jahr 1963 gehörte, hatte Fotos von ihrem damaligen Zimmer dabei. Der Boden ist in vielen Zimmern noch der gleiche, wie auch die Garderobe. Damals gab es ein Sideboard mit Schiebetür hinter dem Bett mit viel Stauraum und das Bett verschwand tagsüber in einem Bettkasten. Dafür gehört heute ein Regal zur Standardausrüstung der meist knapp 12 qm großen Zimmer.

 

Was dort sonst noch in den letzten Jahren passiert ist, erzählte ich mit vielen Fotos aus meiner 5jährigen Wohnheimszeit von 2006 bis 2011. Ich habe diese Zeit als sehr prägend für mein Leben empfunden. Einige enge Freundschaften sind in dieser Zeit entstanden, die bis heute bestehen. Meiner ersten Karlsruher Freundin verdanke ich, dass ich angefangen habe zu kochen und das heute sehr gerne mache. Früher habe ich nur gerne gebacken, hatte aber nie einen Kochlöffel in der Hand. Nie vergessen werde ich auch unsere wöchentlich stattfindende Andacht unter der Leitung der Studentin Charlotte Reppich. Dort wurde und wird jedes Mal gesungen, Bibel gelesen und für das Wohnheim gebetet.

 

Studentinnen, die die Andacht zusammen halten, luden zum gemeinsamen Singen der Lieder ein. Vor allem viele ältere Gäste bekamen so die Möglichkeit, viele neue Lieder zu lernen, sangen bei „Großer Gott wir loben dich“ aber umso lieber mit.

 

Im Anschluss ließen wir es uns bei Kaffee und Kuchen gutgehen. Frau Kuderer las Grüße einer ehemaligen Bewohnerin vor.

 

Ein Konzert des Blechblasensembles Brasspur unter der Leitung des Kantors Dieter Cramer bildete in der Auferstehungskirche den gelungen Abschluss des Jubiläums.

 

Die Heimleiterin resümiert: „Das Fest war für meine Begriffe so rund wie es nur rund sein konnte.“

 

Ein ganz besonderes Dankeschön gebührt allen Helfern und Helferinnen die zum Gelingen dieses schönen Festes beigetragen haben.

 

Jutta Janke, Vereins- und Kuratoriumsmitglied        

 

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